Souverän.

Was wurde vor dem Spiel nicht alles fabuliert. Was wurde nicht alles geredet: Charaktertest, schlechter Platz = schlechtes Spiel, auf ein gutes Spiel folgt ein schlechtes…

Nun ja, ich würde sagen, die Vorbehalte wurden vom S04 komplett entkräftet. Schalke gewann das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal mit 4:1 beim SV Sandhausen und steht im Viertelfinale. Die Blauen überzeugten, vor allem in der ersten Halbzeit und hatten schon zur Pause mit drei Toren in 7 Minuten den Deckel drauf gemacht. Selbst als Schalke in der zweiten Halbzeit einen Gang runter schaltete, hatte man nicht das Gefühl, der S04 würde die Kontrolle verlieren. Sobald die Schalker das Tempo wieder etwas anzogen, waren sie drückend überlegen. So spielt man als Favorit bei einem Zweitligisten. War ja auch nicht immer das Fall.

Weitere Eindrücke:

  • Weinzierl überraschte mich mit der Hereinnahme von Nastasic für Badstuber. Ich hätte damit gerechnet, dass Badstuber weitere Spielpraxis bekommt. Mal gucken, wie die Defensive am Samstag aussehen wird. Ich würde ja gerne mal Höwedes, Nastasic und Badstuber in der Dreierkette sehen.
  • Überaus erfreulich war gestern die Art und Weise, wie die Tore für den S04 herausgespielt wurden: schnelles Umschalten nach Ballgewinn, lösen einer Pressesingsituation in der Defensive und schneller Raumgewinn und zwei Tore nach Ecken. Geht doch.
  • War Benjamin Stambouli schon immer so souverän und sicher in seinem Spiel? In der aktuellen Form ist er die perfekte Ergänzung zu Bentaleb und Goretzka.
  • Und ja, auch gestern: Burgstaller ist eine echte Bereicherung für das Schalker Spiel.
  • Willkommen zurück, Klaas Jan Huntelaar.

Schalke überzeugt nach dem Spiel in München also das zweite Spiel in Serie. Samstag geht es weiter gegen Berlin. Sollte man wirklich noch eine Chance auf den europäischen Wettbewerb wahren wollen, dann ist ein Sieg gegen Berlin Pflicht. Eine Qualifikation durch einen Sieg im DFB-Pokal ist nach der gestrigen Auslosung nicht unbedingt leichter geworden. Der S04 muss im Viertelfinale zum FC Bayern.

Remis in München

Schalke holt einen Punkt in München und lässt einen mit weitaus mehr positiven als negativen Eindrücken in die Woche starten. Über 60 Minuten hat Schalke alles gezeigt, was man sich über die vielen Monate zuvor gewünscht hat: Kompaktheit, defensive Ordnung, vernünftiges Aufbau- und Umschaltspiel und vor allem ist man nach einem Gegentor auch mal zurückgekommen.

Das Gegentor konterten die Blauen mit dem schnellen Ausgleich durch Naldo und ich kann mich nicht dagegen wehren, auf den Fehler des Bayern-Keepers mit einem gewissen Schmunzeln zu reagieren. Schalke war in der Folge gleichwertig und konnte sogar mit einem vernünftigen Offensiv-Spiel ausreichend Akzente setzen, so dass sich die Bayern nicht in der Hälfte des S04 festsetzen konnte.

Schalke wirkte taktisch extrem gut eingestellt (auch irgendwie beruhigend nach den letzten Auftritten) und auch die eigentlich befürchtete Unsicherheit nach der Heimniederlage gegen Frankfurt war nicht zu entdecken. Alles sehr angenehm. Da kann man auch über die letzten 30 Minuten hinwegsehen, in denen Schalke sich mehr auf die Defensive konzentrierte und den Bayern nahezu komplett das Mittelfeld überließ. Da hätte ich mir dann doch etwas Mut gewünscht.

Weitere Eindrücke:

  • Der Start von Badstuber hat mich überrascht, da ich Nastasic nun wahrlich nicht als Schwachpunkt in der Defensive ausgemacht hatte. Aber Weinzierl hatte so entschieden und nach zehn Minuten war ich geneigt das Urteil zu fällen, dass der Schachzug nach hinten los ging. Am Ende muss man aber sagen, dass der Neuzugang eine ordentliche Partie abgeliefert hat. Insbesondere sein Spielaufbau war eine Wohltat und war aus meiner Sicht mit einer der Gründe, warum Schalke über weite Strecken eine gute Offensiv-Leistung gezeigt hat. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Nastasic nicht der Defensiv-Spieler ist, der auf die Bank gehört.
  • Vom verbesserten Aufbauspiel aus der Defensive hat meiner Meinung nach auch ein starker Leon Goretzka profitiert. Für mich muss man einfach festhalten: Läuft es bei Goretzka, läuft es bei Schalke. Wenn er nur torgefährlicher wäre…
  • Guido Burgstaller und sein Spiel hat dem S04 häufig in dieser Saison gefehlt. Beweglich, ballsicher, Unruheherd. Auch wenn es vielleicht unfair klingt: Mit der Auswechslung von Burgstaller gingen die Offensivbemühungen von Schalke leider gegen 0. Choupo-Moting ist kein schlechter Spieler, die Rolle als Offensivanker im Spiel ist aber nicht unbedingt seine Stärke.

Was unter dem Strich bleibt ist ein Punkt in München. Einen Punkt, den man nicht eingeplant hatte, der aber nun aber auch in der Gesamtsituation nicht unbedingt weiterhilft. Klar, man kann nun wieder zuhauf eine gute Entwicklung interpretieren. Das hatten wir nach dem Hinspiel aber auch und die weiteren Ergebnisse sind bekannt.

Schalke muss sich nun stabilisieren, auf einem hohen Niveau. Dazu gehört auch, Spiele zu gewinnen, in denen man eben nicht wie in München der Außenseiter ist, sondern auch gegen Gegner, gegen die man das Spiel machen muss. Gelegenheit haben die Schalke dazu schon am Mittwoch. Dann geht es zum Pokal-Spiel nach Sandhausen.

Back again

Manchmal möchte man sich wegdrehen, mit der Sache nichts mehr zu tun haben. Zu viel hat sich verändert, zu viel ist anders geworden.

Und doch gehört es zu mir. Dieses Kribbeln. Dieser Verein.

Und es gibt noch so viel zu sagen, zu gestalten, zu leben.