Hintergrund.

Der FC Schalke schlägt im Hinspiel der Zwischenrunde in der Europa League den griechischen Vertreter Paok Saloniki souverän mit 3:0 und steht vor dem abschließenden Heimspiel schon mit mehr als einem Bein in der nächsten Runde.

Ich kann trotzdem nicht leugnen, dass ich dieses Ergebnis nur am Rande betrachte und es in den Hintergrund gerückt ist. Als ein absoluter Enthusiast von internationalen Spielen haben mir alle Themen rund um die Runde gegen Saloniki gehörig die Lust am sportlichen Thema genommen.

  • (angekündigte) Ausgrenzung von Zuschauern aufgrund Ihrer Nationalität
  • Reisewarnungen / Ausreiseverbote
  • vorgegebene Aufenthaltsorte in Saloniki
  • keine individuelle Anreise zum Stadion
  • unfassbare Schikanen und Kontrollen durch die Polizei
  • Überfälle in der Nacht
  • Angriffe auf Restaurants am Spieltag
  • faschistische Spruchbänder im Stadion

Ja, ich weiß sehr wohl, dass einige dieser Dinge bereits bei vorherigen internationalen Auftritten der Blauen aufgetreten sind.

Nach Rotterdam durften man auch nur per Sonderzug anreisen und wurde direkt in den Gästeblock verfrachtet. In Barcelona (beim Spiel gegen Espanyol) wurde man auch mit dem ausgestreckten Arm begrüßt, von den Rufen aus dem Heimblock bei Atletico Madrid wollen wir gar nicht reden. In Prag wurde auch eine Kneipe von Schalkern angegriffen, ebenso wie sich Schalker Angriffe in Madrid und Athen erwehren mussten.

Und doch wirken diese Themen für mich im Rahmen dieser Zwischenrunde erdrückender und erschreckender als je zuvor. Es steht halt im totalen Gegensatz zu den grandiosen Erfahrungen bei internationalen Spielen. Es geht hier nicht mehr um Fußball. Es geht nicht einmal um mehr, sondern es geht um etwas ganz anderes. Der Sport wird u.a. für politische Komponenten missbraucht und die, die es unterbinden könnten, befeuern es (der Verein Paok Saloniki) reagieren vielleicht zu zaghaft (Schalke) oder zu spät (die UEFA). Aber wer nimmt auch die UEFA noch ernst.

Vielleicht liegt es an der aktuellen politischen Situation in Europa, vielleicht an meiner veränderten Wahrnehmung. Und doch fühle ich mich bei dieser Entwicklung unwohl. Das Schlimme ist, ich kann mich kaum über den Sieg des FC Schalke 04 freuen.

Doch das genau wäre eigentlich das richtige und hätte die Mannschaft auch mehr als verdient.

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